Sind Showrooms der nächste Trend im Mass Customization? Als Brücke zum Kunden profitieren durch das Vor-Ort-Erlebnis sowohl Kunden als auch Händler.

Der Fahrradversandhändler ROSE hat heute in München einen 300qm großen Showroom in München eröffnet in dem Fahrräder individuell konfiguriert und sofort live auf einer “Interactive Wall” in voller Größe betrachtet werden können. Ein Konzept das treue Leser bereits kennen sollten. Erst kürzlich hatte Audi mit „Audi City Berlin“ einen voll-digitalen Showroom eröffnet. Dort kann der Kunde sein Auto auf einem Tablet individuell konfigurieren und anschließend im Maßstab 1:1 auf sogenannten Powerwall-Modulen anschauen und sogar per Gesten bewegen und steuern.

Rose Interactive Wall Audi City Berlin Tablet

In beiden Fällen ein sehr spannendes Konzept. Natürlich ist es in der Regel einfacher das gewünschte Produkt online selbst zu gestalten. Mit der Komplexität und dem Preis des Produkts steigt aber auch der Wunsch nach einer persönlichen Beratung. Da verwundert es nicht, dass Autos und Fahrräder die ersten Produkte mit interaktiven Showrooms sind.

Duftatelier BerlinAber nicht nur Komplexität und Preis des Produkts können Argumente für ein Showroom sein. Auch mangelnde Vorstellungskraft. Ein gutes Beispiel ist hier das Berliner Unternehmen MyParfum. Hier häufte sich der Kundenwunsch nach dem “Vor-Ort”-Erlebnis über die Jahre. Einen Duft kann man sich halt nur schwer vorstellen. Entsprechend schwierig ist es diesen online zu kreieren. Ende letzten Jahres hat MyParfum dann ein Duft-Atelier eröffnet in dem alle Düfte hautnah erlebt werden können und unter Anleitung von Duftexpertinnen der persönliche Duft zusammengestellt wird.

Ein weiteres prominentes Beispiel ist Nike. In fast allen größeren Nike Stores gibt es auch einen Bereich mit Terminals auf denen der NIKEiD Konfigurator läuft. Zwar ist es bei Sportschuhen schon deutlich einfacher sich das fertige Modell vorzustellen als bei Parfüm oder Autos, aber auch hier hilft es direkt an der Quelle zu setzen. So bietet Nike bei vielen Schuhen mittlerweile verschiedene Materialien, diese kann man sich in den Stores gleich in mehreren Farben ansehen.

Was auch immer der Beweggrund sein mag einen Showroom zu eröffnen, am Ende dürften sowohl Kunden als auch Anbieter profitieren. Unsichere Kunden können vor Ort durch persönliche Unterstützung leichter zu ihrem individuellen Wunschprodukt kommen, Händler sammeln durch den direkten Kontakt mit dem Kunden ungefiltertes Feedback. Die Frage ist natürlich: Bleibt es auch auf lange Sicht wirtschaftlich und wo endet Mass Customization?

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Eine Antwort

  1. Eule

    Wir wollen in unserem neuen Office auch einen Showroom einrichten. Man kann sich einfach besser von der Qualität überzeugen, wenn man alles mal in der Hand gehabt hat. Die Erfahrung haben wir insbesondere auf den vielen Designmessen gemacht, auf denen wir im direkten Kundenkontakt standen.

    Allerdings wird das alles etwas kleiner als bei ROSE & Co. ;)

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