Kleingedrucktes im Test

Wie alles auf der Welt hat auch die Produktindividualisierung ihre Vor- und Nachteile. So ist es für Anbieter personalisierbarer Produkte zum Beispiel deutlich schwieriger Ware zurück zunehmen. Aber auch andere Punkte wie Produktions- und Lieferzeit verhalten sich deutlich schwieriger, als bei fertigen Massenprodukten.

Das personalisierbare Produkte daher auch in den AGB eine besondere Nennung benötigen, ist leider nicht allen Anbietern klar.

So hat die Hochschule Niederrhein in einer 2008 veröffentlichten Studie am Beispiel von 14 ausgesuchten Mass-Costumization-Anbietern herausgefunden, dass der ein oder andere Anbieter dem Aspekt der Produktindividualisierung in den AGB keine Berücksichtigung schenkt.

Den empfohlenen Umfang von AGB eines Mass Customization Anbieters im Internet zeigen die diesbezüglichen Best-Practice-Anbieter Spreadshirt, dieDruckerei und Julie&Grace:
- §1 Allgemeines, Geltungsbereich (§ 305 BGB)
- §2 Verantwortlichkeit für Online–Angebot
- §3 Vertragsschluss
- §4 Lieferung/ Versand
- §5 Preise
- §6 Bezahlung
- §7 Eigentumsvorbehalt (§ 449, § 929, § 158 BGB)
- §8 Gewährleistung (§ 438 BGB)
- §9 Haftung/ Haftungsbeschränkung (§ 309 BGB)
- §10 Widerrufrecht (§ 312d BGB)
- §11 Schutzrechte/Urheberrechte (UrhG)
- §12 Technische und gestalterische Abweichungen
- §13 Datenschutz (BDSG)
- §14 Erfüllungsort, Gerichtsstand.

Bei den Anbietern Tailor Store, PersonalNovel, MyMüsli, Eterna und Pixum finden sich AGB, die den allgemeinen Umfang von Mass Customization Anbietern haben.
- §1 Allgemeines, Geltungsbereich (§ 305 BGB)
- §2 Vertragsschluss
- §3 Lieferung/ Versand
- §4 Preise
- §5 Bezahlung
- §6 Gewährleistung (§ 438 BGB)
- §7 Haftung/ Haftungsbeschränkung (§ 309 BGB)
- §8 Widerrufrecht (§ 312d BGB)
- §9 Erfüllungsort, Gerichtsstand.

Worst Practices im Bereich AGB von Mass Customization Anbietern im Internet sind Agando, Juwelon und Cays. Während Agando und Juwelon dem Aspekt der Produktindividualisierung in ihren AGB keine Berücksichtigung schenken, sind bei Cays überhaupt keine AGB zu finden.

Für den Endkunden heißt das jetzt zwar nicht unbedingt, dass die Anbieter mit den schlechten AGB auch einen schlechteren Service bieten oder den Umtausch grundsätzlich ausschließen, dennoch kann es im ernstfall zu Problemen kommen, da die AGB der genannten Anbieter große Lücken aufweisen.

Wie so oft sollte man bei Unklarheiten vor der Bestellung beim Anbieter direkt nachfragen oder auch Erfahrungsberichte aus Familie & Co. erfragen.

Kleingedrucktes im Test: Veröffentlicht am 6. January 2009. Autor

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