Nach etwas längerer Durststrecke kann an dieser Stelle endlich wieder ein Interview präsentiert werden. Jan-Christoph Goetze von PersonalNOVEL hat sich freundlicherweise die Zeit genommen und uns einige Fragen beantwortet.

Jan-Christoph Goetze im Interview

Hallo Jan-Christoph Goetze, du bist Gründer und Geschäftsführer von PersonalNOVEL. Kannst Du dich und dein individuelles Produkt kurz vorstellen?

PersonalNOVEL ist ein Anbieter für personalisierbare Literatur. Personalisierte Romane und Bücher – auch PersonalNovels genannt – sind in der Regel nach bestimmten Anforderungen verfasste Bücher, in denen Haupt- und Nebenrollen, Aussehen, Kosenamen, Parfüm und anderen persönlichen Eingaben durch die Angaben des Kunden, ergänzt werden. Besonders beliebt sind z.B. zum Valentinstag unsere Liebesromane mit der Auswahl der Liebesszenen – lässig oder doch lieber rassig?

Das Unternehmen habe ich 2003 gegründet, wir sind also, neben Spreadshirt, eines der „ältesten“ Mass-Customization Unternehmen in Deutschland. Neben den Liebesromanen bieten wir ein Sortiment von ca. 200 verschiedenen Titeln auf Deutsch und Englisch aus den Genres Krimi, Abenteuer, Mystery, Sci-Fi, Frauen, Fußball usw. an, die alle exklusiv für uns geschrieben wurden. Damit verfügen wir über das mit Abstand weltweit größte Sortiment personalisierbarer Bücher.

Zusätzlich haben wir auch personalisierte Klassiker in unserem Angebot. Als Kulturmenschen respektieren wir jedoch das Werk der verstorbenen Autoren und greifen nicht in die Texte ein, sondern veredeln Satz und Gestaltung der Bände und ergänzen mit persönlicher Widmung und Einbandvarianten. (Außerdem haben wir die Verfasser nicht um Erlaubnis gefragt ;-) )

Unsere Kinderbücher, 2008 eingeführt, waren die ersten auf dem deutschen Markt mit frei gestaltbaren Illustrationen – Frisur, Haarfarbe und manches mehr. Immer noch freuen wir uns über die tolle Anerkennung und das Lob, vor allem von den Verlagen, die die Idee eins zu eins „interpretieren“.

Personalisierte Romane also. Werden die Bücher selbst gedruckt oder ist die Produktion an einen Partner ausgelagert?

Anders als viele Anbieter im Bereich der „Mass Customization“ haben wir unsere Produktion nicht inhouse, sondern produzieren derzeit mit mehreren externen Partnern zusammen.
Das Produzieren von Büchern, und in Deutschland haben wir den anspruchsvollsten Markt, ist eine extrem komplexe Prozesskette, die mit Handarbeit nicht wirtschaftlich ist. Umso mehr, wenn es um Auflage eins geht – da braucht man sehr professionelle, anspruchsvolle Partner, die über entsprechende Erfahrung verfügen und dennoch als Innovationspartner zur weiteren Entwicklung der PersonalNovels beitragen.

Was oft vergessen wird – dem zugrunde liegt eine komplexe Software, die alle Prozesse von der Generierung der Daten durch den Konfigurator, der Erstellung des Buches, der Druckprozesse etc. handeln muss. Ohne dieses backbone wäre das Steuern unserer Partner kaum möglich.

Neben den personalisierten Büchern bietet ihr seit Kurzem auch Wein mit individuellem Etikett an. Wie kam es dazu, diese auf den ersten Blick fremde Produktgruppe in das Sortiment mit aufzunehmen?

Was passt zu einem guten Buch? Bei der Beantwortung dieser Frage war uns vor allem wichtig, den Anspruch von PersonalNOVEL fortzuführen. Dabei sollte die Qualität stimmen, und wir wollen natürlich sehr ordentliche Tropfen anbieten. Wir kennen alle unsere – prämierten! – Winzer persönlich und die Weine natürlich auch ;-). Unsere Etiketten werden mit Namen und optional eigenem Bild personalisiert, und zudem sind wir der einzige Anbieter mit individuellem Aufdruck in Silber oder Gold. Abgerundet wird das Angebot mit personalisierbaren Sommeliersets, Weinkisten und ähnlichen Extras.

Was bringt die Zukunft? Kannst Du schon Neuerungen verraten, die in der nächsten Zeit auf eure Kunden warten?

Ich glaube, unsere Stärke liegt in der Innovation und Qualität unserer Kernprodukte, und wir arbeiten an der konstanten Verbesserung. Klar, es gibt noch eine Menge Ideen, aber bevor diese Marktreife haben, lässt sich noch nichts sagen.

Individuelle Produkte lassen bekanntlich viel Freiraum für Kreativität. Was war die kurioseste Bestellung bei euch?

Dazu kann ich schlecht etwas sagen – schließlich sind die Bücher zum Teil ja auch sehr intime Geschenke.

Besonders gut kommen etwa die Liebesromane als Heiratsanträge, zur Versöhnung oder Liebeserklärung an – es ist eben eine sehr persönliche Geschenkidee, die eigentlich immer eine tolle Geschichte des Schenkenden / Beschenkten hinter sich weiß. Auch sonst bieten die Liebesromane mit ihren freien Widmungen ein schönes Feld, um „Botschaften“ zu übermitteln …

Welches Wunschprodukt, mit Ausnahme von euren Büchern, gehört zu Deinen Favoriten?

…und Ausnahme von Weinen und Champagner meinst Du. Ich schätze vor allem andere komplexe Modelle, die durchdacht und für den Kunden von besonderer Originalität und vor allem Mehrwert sind. Allerdings beeindrucken mich auch Projekte, die mit einer einfachen und klaren Idee wie dem Mischen von ein paar Bestandteilen einen großen Hype und Publicity verursachen.

Was ich bei individualisierten Produkten aber am wichtigsten finde, ist die emotionale Nachhaltigkeit: in Büchern lässt sich diese Wirkung eben auf Jahrhunderte bewahren – oder wie einer unserer Claims lautet:

Pralinen verschmelzen, Blumen vergehen, Düfte verwehen – doch Bücher bestehen!

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