Das der Trend der personalisierten Produkte vor allem in Deutschland sehr stark ausgeprägt ist, dürfte für niemanden eine neue Erkenntnis sein. Das jedoch Deutschland ganz klar der Vorreiter in Sachen Mass Customization ist, schon eher.

Die Idee für individualisierte Massenprodukte ist hierzulande nicht neu. Unternehmen wie Spreadshirt, PosterXXL, CEWE, MyParfuem oder PersonalNOVEL existieren schon seit Jahren. Einige der in Deutschland gegründeten Start-Ups finden in den USA sogar Nachahmer. mymuesli aus Passau diente zum Beispiel als Vorbild für den US-Müslishop [me] & goji, der US-Dienst Blank Label bietet seit kurzem das an, was es bei Youtailor in Deutschland schon länger gibt: individualisierte Hemden & Maßanzüge. Und der individuelle Chocolatier chocri hat sogar gezeigt, dass man mit einem erfolgreichen Konzept aus Deutschland in die USA expandieren kann.

Und auch wenn Eigenlob stinkt, so ist es schön zu erkennen, dass auch egoo hier als Vorreiter fungiert und sich manch einer bereits eine amerikanische Version dieses Magazins wünscht.

Eine aktuelle Untersuchung der Fachhochschule Salzburg und der RWTH Aachen von 500 Onlinediensten aus dem Bereich der Mass Customization belegt nun diese Entwicklung: Deutschland ist die Hochburg der Mass Customization.

Martin Weigert von Netzwertig hat die Untersuchung zusammengefasst:

Insgesamt wurden 845 MC-Firmen aus einer Vielzahl von Ländern in die Studie einbezogen, von denen anschließend 344 wegfielen, da sie entweder nicht mehr aktiv sind, kein Onlineangebot besitzen, keine Online-Bestellmöglichkeit anbieten (primär Automobilkonfiguratoren) oder lediglich virtuelle Produkte vertreiben.

Von den 501 verbliebenen Anbietern sind ganze 171 (34 %) über eine .de-Domain zu erreichen, was eine Aktivität auf dem deutschen Markt nahelegt. 317 MC-Firmen setzen primär auf eine .com-Adresse, wobei auch darunter diverse Services aus Deutschland zu finden sind.

Es ist erstaunlich, wie der sonst so innovative und fortschrittliche US-Internetmarkt im Bereich von Mass Customization der hiesigen Branche hinterherhinkt – und eine erfreuliche Tatsache, an die man denken kann, wenn man sich gerade einmal wieder Sorgen um den Internetstandort Deutschland macht. Es gibt auch Lichtblicke!

Bei allem stolz um die Vorreiterschaft in Deutschland darf aber nicht vergessen werden, dass auch die USA einige innovative Anbieter vorzuzeigen hat. So bot NIKEiD schon vor über 10 Jahren erstmals die Möglichkeit Schuhe individuell zu gestalten. Und auch Zazzle ist mit seinem umfangreichem Kaufhaus-Konzept in den USA sehr erfolgreich. Nicht zu vergessen MyM&M’s, dass uns gezeigt hat, dass auch das kleinste Produkte personalisiert werden kann.

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